Motorisierte Eleganz, wie sie heutzutage nicht mehr hergestellt wird und Straßenkreuzer, die Geschichte schrieben: Im Automobilmuseum des Da Capo gibt es Oldtimer zu bewundern, die das Herz eines jeden Sammlers oder Autofreundes höher schlagen lassen. Hier möchten wir Ihnen einige der schönsten Wagen vorstellen, die Sie im Da Capo hautnah erleben können. Bei all diesen Modellen handelt es sich um dauerhafte Ausstellungsstücke. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, sich vor Ort zahlreiche Leihgaben anzusehen, die heutzutage von unseren Straßen verschwunden sind.
RENAULT E.F. 14/20
- Baujahr: 1914
- 4-Zylinder-Reihe, 2600ccm
- 13 PS
- V-max: 55km/h
- 3 Gang-Getriebe
- Gewicht 1200kg
- Bauzeit: 1914 -1916
- Stückzahl: 700
Diese klassische Chauffeurlimousine hat rein optisch noch recht viel mit einer Pferdekutsche gemeinsam. Dennoch verfügt er bereits über die klassische geschwungene Motorhaube, die auch für viele Folgemodelle von Renault typisch war.
Berühmt wurde dieser Wagen unter der Bezeichnung Taxi de la Marne (Marne-Taxi), da der französische General Joseph Simon Gallieni im ersten Weltkrieg zahlreiche dieser Wagen beschlagnahmte, um zusätzliche Truppen an den Fluss Marne zu befördern, wo zwischen dem 5. und 12. September 1914 die berühmte „erste Schlacht an der Marne“ stattfand.
Zusätzliche Bekanntheit erreichte dieses Modell durch seine Verwendung als Requisite in dem 1997 produzierten Kinofilm „Titanic“ (in diesem Wagen wurde die Liebesszene von Lenoardo di Caprio und Kate Winslet gedreht).
Das hier ausgestellte Exemplar wurde 2003 restauriert und mit dem „königsblauen“ Lack versehen; außerdem verfügt es über einen elektrischen Anlasser und die für den deutschen Straßenverkehr notwendige Warnblinkanlage.
PRAGA – PICCOLO
- Baujahr: 1933
- Limousine –viertürig
- 4-Zylinder-Reihen–Motor
- 1447ccm
- 30 PS – 90 km/h
- Gewicht: 980 kg
- 3-Gang-Getriebe unsynchronisiert
- extra gefertigter abnehmbarer Gepäckkoffer aus Blech
Diese Ausführung des Piccolo-Modells des tschechischen Unternehmens Praga sollte zunächst als Taxifahrzeug in die USA exportiert werden.
Achsen und Bremsen stammen aus Frankreich; das Exportmodell verfügt über einen stärkeren Motor als der herkömmliche Piccolo.
Insgesamt wurden nur 10 linksgelenkte Exemplare dieses Wagens gebaut, da sie sich für amerikanische Verhältnisse als zu klein herausstellten.
1946 LINCOLN CONTINENTAL (unrestaurierter Originalzustand)
- 130 PS - 282cui
- 4,91 – V12
- 3–Gang-Schaltgetriebe
- Servolenkung und –bremse
- Gewicht: 1812kg
- Produktionszahl 1946: 1569 Stück
- Bauzeit des Modells: 1942 – 1948
Dieser Wagen verfügt außen über keine Türgriffe, wie man sie normalerweise an einem Auto erwarten würde; die Türen werden mittels Knopfdruck („Pushbutton“) geöffnet.
Die Kühlerfigur stellt einen aufgespießten Golfball dar; das vor dem Kofferraum angebrachte Ersatzrad trägt die Bezeichnung „Continental-Kit“
MERCEDES BENZ 300D
- Baujahr: 1958
- 160 PS
- 6-Zylinder, 2996 ccm
- 4-Gang-Getriebe
- Servolenkung
- V-max: 170 km/h
- Produktionszeit: 1957 -1962 mit einer Stückzahl von 3073
- damaliger Verkaufspreis: 28500,- DM
Bei dieser als „Adenauer-Mercedes“ beizeichneten Limousine handelt es sich um einen Wagen mit besonders reichhaltiger Ausstattung, zum Beispiel Motor mit Saugrohreinspritzung, Fahrwerk mit Eingelenk-Pendelachse und verchromten Lochfelgen.
Ein Landaulet-Modell dieses Wagentyps wurde auch im Vatikan als „Papamobil“ (Wagen für öffentliche Auftritte des Papstes) eingesetzt.
MERCEDES BENZ 300 SE
- Baujahr: 1962
- 190 PS
- 6-Zylinder
- 2996 ccm
- 4-Gang-Automatikgetriebe
- Servolenkung, Luftfederung
- V-max: 176 km/h
- Produktionszeit: 1961 – 1965 mit einer Stückzahl von 5202
- damaliger Verkaufspreis: 24150,- DM
Die seitlich am Kofferraum angebrachten Endspitzen, umgangssprachlich „Heckflossen“ genannt, wurden vom Hersteller Mercedes als „Peilkanten“ bezeichnet.
Die kleineren Modelle dieser Serie hatten gegenüber dem Mercedes-Benz 300 SE einen kleineren Vorderbau und verfügten über einfache, runde Scheinwerfer.
Als Vorgänger des „Heckflossen-Benz“, der übrigens auch mit Dieselmotor verfügbar war, gilt der so genannte Ponton-Benz; das Nachfolgemodell des 300 SE war mit diesem fast identisch – lediglich die typischen Heckflossen gab es nun nicht mehr.
ROLLS ROYCE – SILVER SHADOW I
- Baujahr: 1969
- 8-Zylinder–V-Motor
- 6750 ccm, 180 PS
- Lenkradschaltung–Automatik
- Bauzeit: 1965 – 1977
- Produktionszahl: 16717
Dieser Rolls Roye stellt den bis zum damaligen Zeitpunkt am häufigsten produzierten Wagentyp des Hauses Rolls Royce dar.
Während die Vorgängermodelle bereits damals als ziemlich konservativ wahrgenommen wurden, ließen die Erbauer des Silver Shadow I dem Wagen sowohl optische als auch technische Neuerungen auf höchstem Niveau angedeihen, wie zum Beispiel die selbsttragende Karosserie, Scheibenbremsen und unabhängige Radaufhängung.
Seit 1911 tragen die Wagen aus dem Hause Royce übrigens den legendären „Spirit of Ecstasy“ als Kühlerfigur, eine Frauengestalt, für die Miss Eleanor Velasco Thorton dem Bildhauer Charles Sykes Modell gestanden haben soll.






